Die Sinfonie
in Gelb
Nach den ersten, erfolgreichen Schritten auf die Farbe
Gelb zu, etwa um die Jahrtausendwende, begann ich im April
2003 mit dem ersten Entwurf zur „Sinfonie in Gelb“.
Diese, meine bislang größte Arbeit, sollte den
primären nur dem Gelb zu eigenem Farbcharakter umfassen;
die Lichtfarbe Gelb soll in ihrer geballten Energie nahezu
körperlich wahrgenommen werden. Ihre anschaubaren Qualitäten
beim Betrachter Assoziationen und Emotionen hervorrufen.
In den drei Jahren ihrer Realisierung entstanden nacheinander
vier Entwürfe. Während der Arbeit an diesem Werk
veränderte jede neu fertig gestellte Tafel meine Vorstellung
des Gesamtbildes und damit den weiteren Arbeitsprozess.
Im November 2005 beendete ich die letzte Tafel, natürlich
anders als noch im vierten Entwurf angedacht. Ohne Absicht
war es wieder ein Altarbild geworden; diesmal allerdings
aus fünf Einzeltafeln.
Bilder beschreibe ich oft mit musikalischen Vokabeln:
Töne, Klänge, Harmonie, Disharmonie, Spannungsbögen
u.ä. So entstand auch der Titel „Sinfonie in
Gelb“. Denn diese Arbeit ist aufgebaut wie eine große
Sinfonie: Drei große Sätze und zwei sie verbindende
gleichzeitig trennende Intermezzi. Der erste ist der „irdische
Satz“, das Fundament unserer Wurzeln. Der zweite heißt
„Der Schwebende“, die von uns zu gestaltende
Lebensspanne; und der dritte „Aufwärts bewegt“
– als das Ziel und gleichzeitig die Sinnfrage. So
sind meine Altarbilder für mich nicht christlich, sondern
urmenschlich gedacht, nämlich nach den drei großen
Fragen aller Weltreligionen:
1. Ursprung: Woher kommen wir?
2. Gegenwart: Was machen wir hier?
3. Zukunft: Wohin geht unsere Reise?
Zum ersten Mal ist es mir nach einigen vergeblichen früheren
Anläufen 2005 gelungen eine fünfteilige Arbeit,
200 cm Höhe x 750 cm Breite nach drei Jahren Arbeit
zu Ende zu bringen. In meinen Tagebüchern und Arbeitsbüchern
befinden sich seit vielen Jahren bereits Entwürfe und
Beschreibungen zu einer Reihe von weiteren, großen
Arbeiten, allerdings zu anderen Themenkreisen:
• Zum Rot - dieser mächtigen, herrschaftlichen
Farbe;
• zum Schwarz und Grau – die Trauerarbeit
• zum Rot-Grün-Kontrast - dem vitalsten von allen
Farbkontrasten und schließlich
• zu meinem ganz persönlichen Wunsch: eine große
„Sehnsuchtssinfonie“.
Das Entstehen jeder dieser großen Sinfonien nimmt
drei bis vier Jahre in Anspruch – es wartet wohl noch
viel Arbeit auf mich. Allerdings auch enorme Vorfreue auf
diese neuen Themen und die Auseinandersetzungen während
der Schaffensprozesse. Denn diese Sinfonien trage ich bereits
seit vielen Jahren als gefühlte Bilder in mir. Und
doch bin ich mehr als jeder andere auf die endgültige
Umsetzung gespannt. Und Sie?
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