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"Edzard Reuter meets Günther Scharein in Berlin"


Auszug von der Internetseite berlinista.com, 28.02.2008




Zu einem äusserst unterhaltsamen “Dreiergipfel” trafen sich heute Edzard Reuter, Günther Scharein sowie Professor Rott bei Dussmann in Berlin.

Nach einer Grussbotschaft des Geschäftsführers des Hauses Dussmann, stellte Journalist und Publizist Professor Rott die Beteiligten der Dreierrunde vor, den ehemaligen Finanzchef des Mercedes Benz Konzerns und leidenschaftlichen Kunstsammler Edzard Reuter sowie den Maler Günther Scharein. Anlass der Runde war die Ausstellungseröffnung mit Werken des Malers im KulturKaufhaus, zu dessen Anlass Edzard Reuter einige interessante Auszüge aus seinem jüngst bei Hohenheim erschienenen Buch “Der schmale Grat des Lebens - Begegnungen und Begebnisse” eben zu jenen Begegnungen und Begebnissen mit dem Maler Günter Scharein vortrug.

Günter Scharein, den man ohne respektlos zu sein einen Querkopf bzw. Querdenker unter den Malern nennen darf und der sich abseits von allen Trends seit jeher der Entwicklung seiner Malerei widmet, und dabei Punkt für Punkt - bis zu siebzehn farblich unterschiedliche auf einen Quadratzentimer setzt, wodurch lichtdurchwobene Flächen entstehen - ist seit vielen Jahren mit den Reuters befreundet. Scharein, einer jener klassischen 68er, hat von jeher eine bis heute nicht abgelegte gewisse Abneigung gegen den Kunstbetrieb, Galeristen und Sammler und logischerweise - was sich auch aus der Epoche begründet in der er den Grossteil seiner Jugend verbracht hat - eine sehr kritische Einstellung dem “Kapital” an sich gegenüber.

So war es auf den ersten Blick auch ein kritischer Moment, als jener Hardliner Günther Scharein und der Wirtschaftskapitän Reuter, der ihn mittlerweile im Zuge der langjährigen Freundschaft “Schari” nennt, vor vielen Jahren erstmalig aufeinandertrafen. Anders als erwartet verlief dieses erste rund einstündige “Kennenlernen” jedoch sehr positiv und der Maler war, wie er sich noch heute gerne erninnert, positiv begeistert, da er in dem Repräsentanten eines der grössten Wirtschaftskonzerne der Welt einen Menschen kennengelernt hatte, der mit ihm auf einer Wellenlänge schwimmt. Wie Günter Scharein bei dem Gespräch am heutigen Abend erwähnte, würde er den Gleichgesinnten sehr leicht an den Fragen erkennen die dieser stelle, und an jenem Tag vor vielen Jahren, als sich die beiden zum ersten Mal trafen, hatte Edzard Reuter offensichtlich die richtigen Fragen in Petto.

Das Gespräch war reich an Pointen sowie unterhaltsamen Momenten, als z.B. Professor Rott darauf hinwies, dass Günter Scharein in Berlin wohne, obwohl es doch andere Gegenden in der Welt gäbe, die für das perfekte Licht zum Malen eher geeignet währen wie z.B. die Provence: “...in Berlin gibt es ja nicht das Licht”, was Edzard Reuter mit einem mahnenden “Na, na” konterte.
An dem Abend bei Dussmann lernten wir den ehemaligen Lenker und Vordenker von Mercedes-Benz als einen Menschen kennen, der aus reiner Leidenschaft heraus zusammen mit seiner Frau, die er nie vergass zu erwähnen, Kunst sammelt, um sie nicht wie andere Sammler zu archivieren bzw. als Geldanlage zu benutzen. Wie er sagte, planen die Reuters auch weder eine Stiftung noch ein Museum zu errichten, sondern die Kunst dient der Bereicherung ihres Lebens, sie erfreuen und umgeben sich gerne mit ihr. Dies sei der Grund weshalb sie Kunst sammeln.

Günther Scharein ist ein Maler, dessen Werdegang er seit Jahren verfolgt, was seiner Meinung nach auch wichtig für den Sammler sei. Zu den aktuellen im Trend liegenden Künstlern könne er nicht viel sagen, da ihnen deren Kunst nichts sage, war seine Antwort auf die Frage von Professor Rott hin, ob er denn nicht “heimlich” auch einen Meese oder Richter für seine Sammlung erstanden habe. Er unterliess es an dieser Stelle auch nicht darauf hin zu weisen, dass er zu einer Managergeneration gehöre in der noch nicht die Gehälter bzw. Zuwendungen gezahlt worden währen, die seine Nachfolger heute im Allgemeinen erhalten - was doch hier und da im Publikum für heitere Minen sorgte.

Wie bei Dussmann durchaus nicht unüblich, so war auch diese Veranstaltung überaus gut besucht, so dass die vorhandenen Sitzplätze nicht reichten und das Publikum, in dem wir einige bekannte Gesichter entdecken konnten wie z.B. den Vorsitzenden des Vereines der Freunde der Nationalgalerie, Prof. Dr. Peter Raue.
Die Ausstellung “Scharein - Sinfonie in Gelb” mit einigen exemplarischen Farbfeldmalereien des Günther Scharein kann bis zum 11. April im KulturKaufhaus Dussmann in der Friedrichstraße 60 in Berlin besucht werden. Mehr über den Künstler finden Sie auf seiner Internetseite http://www.scharein.de - am 5. und 15. März, sowie am 4. April führt der Künstler persönlich durch die Ausstellung. Nähere Informationen sowie die Anmeldung zu den Führungen finden sich bei http://www.kulturkaufhaus.de

Thursday, 28. February 2008 by Roman vC







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